Das Alltägliche wird oft als unabänderlich betrachtet, dabei ist es in Wirklichkeit ein Ort der fortwährenden Neuverhandlung und damit des Widerstands und der Transformation. Diese Prozesse mögen sich im Kleinen abspielen, doch in ihnen manifestieren sich globale Phänomene lokal, ganz gleich, ob wir von Geschlechterbeziehungen, der kapitalistischen Produktionsweise oder der Klimakrise sprechen. Denn es ist dieser Lebensalltag selbst, in dem Gesellschaften (re)produziert werden, weshalb dies auch der Ausgangspunkt für Veränderungen sein muss. Um das Prinzip der Obsoleszenz als Triebfeder unserer unnachhaltigen Produktions- und Konsumtionsweise zu überwinden, müssen wir in einem ersten Schritt die Care-Arbeit anerkennen, die bereits überall um uns herum geleistet wird. Oft im Verborgenen, manchmal direkt vor unseren Augen und doch allzu oft übersehen, wird diese unverzichtbare Arbeit in unserem gegenwärtigen Wertsystem unsichtbar gemacht. Doch findet in unserer Welt jeden Tag in ganz alltäglichen und wenig spektakulären Bereichen Fürsorge, Reparatur und Erhaltungsarbeit statt. Text: Daniel Kuhnert