Wie können uns moderne Bauruinen dabei helfen, die Zukunft afrikanischer Städte neu zu denken? Vom unvollendeten Airport Tower in Accra, Ghana, bis zu dem spektakulären Hochhaus La Pyramide in Abidjan, Côte d’Ivoire, sind aufgegebene Bauprojekte in ganz Westafrika zu unübersehbaren Zeichen im Stadtbild geworden. Mögen die Gründe für ihr Scheitern auch vielfältig sein, so wurden sie doch alle einmal in der Absicht errichtet, Afrikas verheißungsvolle Zukunftsperspektiven zu demonstrieren. Den umliegenden Vierteln schaden diese unvollendeten Immobilien projekte heute jedoch meist. Oft entstehen um sie herum urbane Wüsten, denen es an wesentlichen infrastrukturellen Einrichtungen fehlt. Es mag daher nahe liegend erscheinen, sie als Symbole von Staatsversagen und Misswirtschaft zu betrachten, aber was wäre, wenn wir sie stattdessen als Träger von Möglich keiten, Inspiration und Hoffnung begreifen? Was wäre, wenn wir sie in afroutopische Modelle räumlicher Gerechtigkeit und Orte gemeinschaftlichen Engagements verwandelten?