Die moderne Stadt brachte nicht nur Architekturen und Infrastrukturen der massenhaften Verwertung tierischen Lebens, sondern auch den Tierschutz hervor. Doch dieser ging mit der Verdrängung der Nutztiere aus der Stadt einher und wendete sich oft gegen gesellschaftlich marginalisierte Gruppen, die mit Tierhaltung ihren Lebensunterhalt bestritten. Auch heute noch sind es nicht nur Ressourcenausbeutung und Umweltzerstörung, die die Lebensräume und -grundlagen vieler Menschen, vor allem im Globalen Süden, bedrohen, sondern auch Praktiken des Naturschutzes. Daher dürfen politische und ökologische Fragen, Rechte von Menschen und Tieren nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen als zusammenhängende Aufgaben betrachtet werden, um daraus eine neue Art von Solidarität zu begründen. Eine Architektur- und Gestaltungspraxis, die sich das zum Grundsatz macht, könnte lebenswertere Städte für alle schaffen.