In der syrischen Stadt Deir ez-Zor an der Grenze zum Irak spielen Tauben eine zentrale gesellschaftliche Rolle: Sie sind Medium, Haustier, Renntier, Prestigeobjekt und Zahlungsmittel. So war es auch im Leben des
Theaterregisseurs, Autors und Schauspielers Ayham Majid Agha, bevor er 2013 Syrien verließ. Während seiner Theaterarbeit in Berlin, u. a. als künstlerischer Leiter des Exiltheaters am Gorki Theater, wuchs die Idee
eines Taubentheaters, das er mit dem Kunstkritiker und Kurator Kolja Reichert realisierte. Auf dem historischen Gelände der Berliner UFA-Filmstudios errichteten sie prozesshaft mit Benjamin Foerster-Baldenius von raumlaborberlin und Heidi Erickson, Filmemacherin, Anthropologin und Community-Organisatorin, einen Taubenschlag aus einem 1920 gebauten Kajütboot, der seitdem beständig weiterentwickelt wird.