Die Trennung von Fassade und Gebäude setzte spätestens mit der Frührenaissance ein, als man begann, historische Baustrukturen mit einer Schaufassade zu versehen und das Gebäude nicht mehr als eine gesamtheitliche Bauplastik zu verstehen, wie dies noch in der Gotik der Fall war. Die berühmtesten Beispiele hierfür sind sicherlich die Fassaden Leon Battista Albertis in Florenz oder Michelangelos nicht ausgeführte Fassade für die Basilica di San Lorenzo, die bis heute unverkleidet blieb. Gerade in ihrer Abwesenheit ist letztere ein Paradebeispiel für diesen Paradigmenwechsel, der uns noch heute begegnet. So zum Beispiel auch beim 2011 eingeweihten Konzerthaus Harpa in Reykjavík, für das Studio Other Spaces die Fassade beisteuerte, während Henning Larsen Architects und Batteriid Architects den Bau entwarfen. Ein Gespräch mit dem Architekten Sebastian Behmann, der mit dem Künstler Olafur Eliasson Studio Other Spaces gründete.