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Legende

Mietpreissteigerung 2013–2020 [%] (1, 2)
Die Veränderung der Mietpreise auf Bezirksebene zwischen 2013 und 2020 zeigt, dass Gebiete ohne Lagezuschlag die größte Steigerung erfahren haben.
Lagezuschlag (3)
In guten Lagen kann zusätzlich zum üblichen Richtwertmietzins bei Altbauwohnungen ein Lagezuschlag erhoben werden. Dessen jeweilige Höhe wird von der Stadt festgelegt und richtet sich unter anderem nach der Qualität der öffentlichen Infrastruktur.
ÖPNV (4, 5)
Erweiterungen des öffentlichen Nahverkehrsnetzes führen zu einer Wertsteigerung der betroffenen Gebiete. Oft reicht bereits eine Ankündigung, um Investitionstätigkeiten in Gang zu setzen. 
Zielgebiete (6, 7, 8, 9, 10)
Entwicklungs- und Sanierungszielgebiete werden in den Stadtentwicklungsplänen der Stadt Wien deklariert. Diese Gebiete sollen durch Förderungen von Bestandsanierungen und Neubaumaßnahmen etc. in den nächsten zehn Jahren verstärkt aufgewertet werden.
Bauträgerwettbewerbe 2019–2020 und Gemeindebauten (11, 12)
Die in Bauträgerwettbewerben zwischen 2019–2020 entstandenen Wohnbauten haben geringere Mieten als vergleichbare Projekte am freien Markt. Gleichzeitig sind die rund 220.000 Gemeindewohnungen dem Mietmarkt dauerhaft entzogen und bieten langfristig leistbaren Wohnraum.
 

Quellen

1 BUWOG – Bauen und Wohnen Gesellschaft mbH, EHL Immobilien GmbH (Hg.): Wohnungsmarktbericht Wien 2013, Wien 2013, S. 15, www.wohnungsmarktbericht.at/links/pdf/BUWOG_WMB13_DE.pdf (Stand: 19.4.2021)
2 BUWOG Group GmbH, EHL Wohnen GmbH (Hg.): Erster Wiener Wohnungsmarkt Bericht 2020, Wien 2020, S. 19, www.wohnungsmarktbericht.at/links/pdf/BUWOG_WMB20_DE.pdf (Stand: 19.4.2021)
3 MA 25: Lagezuschlagskarte mit maximal möglichen Grundkostenanteilen für Wien, April 2019, www.wien.gv.at/wohnen/wohnbautechnik/pdf/lagezuschlagskarte-2019.pdf (Stand: 19.4.2021)
Straßenbahn Planung Wien. Datenquelle: Stadt Wien, data.wien.gv.at (Stand: 19.4.2021)
U-Bahn Linien Planung Wien. Datenquelle: Stadt Wien, data.wien.gv.at (Stand: 19.4.2021)
Sanierungszielgebiete 2004. Datenquelle: wohnfonds_wien
Sanierungszielgebiete 2017. Datenquelle: Stadt Wien, data.wien.gv.at (Stand: 19.4.2021)
STEP 94. Datenquelle: Stadt Wien, data.wien.gv.at (Stand: 19.4.2021)
STEP 05. Datenquelle: Stadt Wien, data.wien.gv.at (Stand: 19.4.2021)
11 wohnfonds_wien, www.wohnfonds.wien.at/maps/abgeschlossen (Stand: 19.4.2021)
12 Gemeindebauten. Datenquelle: Stadt Wien, data.wien.gv.at (Stand: 19.4.2021)
 

Das österreichische Mietrechtsgesetz und das deutsche Mietrecht sind Kompetenzen des Bundes – mit Konsequenzen wie die jüngst erfolgte Nichtigerklärung des Berliner Mietendeckels aufgrund der rechtlichen Zuständigkeit. Der folgende Vergleich ist somit als Übersicht zu verstehen. Beim Begriff Gentrifizierung denkt man zumeist an einen durch den Markt und die Gesellschaft angetriebenen Prozess, der mit der Aufwertung eines Quartiers durch die lokale Kulturszene beginnt und in der Verdrängung des Grätzel- oder Kiez-Milieus und der Erhöhung der Mieten endet. Die Rolle der Politik bleibt dabei oft außen vor, obwohl sie eigentlich über eine Reihe von Steuerungsmöglichkeiten verfügt. Wien kann über den kommunalen Wohnungs- und Bodenbesitz sowie durch eine Reihe anderer rechtlicher und finanzieller Steuerungsinstrumente in den Wohnungsmarkt regulierend eingreifen. Andere Maßnahmen wie etwa der Ausbau städtischer Infrastruktur, die Festlegung von Zielgebieten der Stadtentwicklung oder die Förderung von Sanierungen, haben wiederum einen anderen Effekt. Sie tragen zu einer Aufwertung von Quartieren bei, die zu einer Wertsteigerung angrenzender Immobilien führen können. Kommunale Eingriffe sind also zweischneidig.

Ein Vergleich der wohnungspolitischen Instrumente verschiedener europäischer Städte, um Gentrifizierungsprozesse aufzuhalten, ist quantitativ kaum möglich. Ein Grund hierfür sind die lokal variierenden, gesetzlichen Kompetenzen und finanziellen Handlungsspielräume. Österreich und Deutschland sind beispielsweise beide ähnlich föderalistisch organisiert, jedoch gibt es Unterschiede in den Zuständigkeitsbereichen von Bundesländern und Bund. So werden Gemeinden in Österreich bei der Raumordnung und -planung beispielsweise viel mehr Freiheiten gelassen. Die neue Wiener Widmungskategorie „Gebiete für geförderten Wohnbau“ ist in München, wie eine Prüfung ergab, aus gesetzlichen Gründen gar nicht anwendbar.[1] Auch die Subjektförderung (➝ Glossar), also die Auszahlung von Wohnbeihilfe, in Österreich ist in ihrer Ausgestaltung und Finanzierung Ländersache, während das deutsche Wohngeld direkt vom Bund kommt. Die Kompetenz der Finanzierung des sozialen Wohnbaus liegt zwar sowohl in Österreich als auch in Deutschland bei den Bundesländern, doch trübt die unterschiedliche Stellung der Städte den Vergleich: München ist, anders als Berlin, Hamburg und Wien, kein eigenes Bundesland.

Ähnlich sind sich beide Länder beim Mietrecht. Das österreichische Mietrechtsgesetz und das deutsche Mietrecht sind Kompetenzen des Bundes – mit Konsequenzen wie die jüngst erfolgte Nichtigerklärung des Berliner Mietendeckels aufgrund der rechtlichen Zuständigkeit. Der folgende Vergleich ist somit als Übersicht zu verstehen.

Diese Arbeit ist in einer Lehrveranstaltung von Christina Lenart und Michael Obrist im Rahmen des Projekts „Diskursraum Wohnbau Wien“ am Forschungsbereich Wohnbau und Entwerfen der TU Wien entstanden.

1 Wie sozial ist sozialgerechte Bodennutzung? München – Wien“, in: Karoline Mayer, Katharina Ritter, Angelika Fitz (Hg.): Boden für Alle [Kat. Ausst. Architekturzentrum Wien], Wien 2020, S. 246–252

Quellen Städtevergleich

1 Stadtentwicklung Wien Magistratsabteilung 18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung (Hg.): STEP 2025 – Stadtentwicklungsplan Wien, Wien 2014, S. 40, 136, www.wien.gv.at/stadtentwicklung/studien/pdf/b008379a.pdf (Stand: 23.7.2021)
2 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (Hg.): Berlin Strategie – Stadtentwicklungskonzept Berlin 2030, Berlin 2015, www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtentwicklungskonzept/download/strategie/BerlinStrategie_de_PDF.pdf (Stand: 23.7.2021)
3 Landeshauptstadt München Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Hg.): Zukunftsschau München 2040+ – Szenario-Prozess und Werkstattreihe, München 2019, S. 34, 37, 72, 74, www.muenchen.de/rathaus/dam/jcr:d46d2325-619e-4c46-97f8-5883d92c4b10/LHM_Zukunftsschau_2019_Web.pdf (Stand: 23.7.2021)
4 Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung Umwelt (Hg.): Grüne, gerechte, wachsende Stadt am Wasser – Perspektiven der Stadtentwicklung für Hamburg, Hamburg 2014, www.hamburg.de/contentblob/4309812/72bbf7e42477706605e49ed206a8e7a2/data/broschuere-perspektiven.pdf (Stand: 23.7.2021)
5 Suchanfrage auf den Online-Portalen von Standard, Tagesspiegel, Süddeutsche Zeitung, Hamburger Abendblatt am 21.5.2020
6 Die Daten basieren auf Eigenrecherche und sind deshalb sehr selektiv. Webseiten, die einige Initiativen aufgezählt haben: www.rechtaufstadt.net/initiativen-im-netzwerk;alternativer-wohngipfel.de/2018/aufruf/unterstuetzende/
7 Statistik Austria (Hg.): Wohnen 2018 – Zahlen, Daten und Indikatoren der Wohnstatistik, Grafik 1: Eigentums- und Mietquote von Hauptwohnsitzwohnungen nach Bundesland, Wien 2019, S. 21, www.statistik.at/web_de/services/publikationen/7/index.html?includePage=detailedView§ionName=Wohnen&pubId=572 (Stand: 23.7.2021)
8 Investitionsbank Berlin (Hg.): IBB Wohnungsmarktbericht 2019 – Tabellenband, Tabelle 1: Kennzahlen der Berliner Bezirke, Berlin 2020, S. 4–5, www.ibb.de/media/dokumente/publikationen/berliner-wohnungsmarkt/wohnungsmarktbericht/ibb_wmb_tabellenband_2019.pdf (Stand: 23.7.2021)
9 Landeshauptstadt München Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Hg.): Bericht zur Wohnungssituation in München 2016–2017, München 2018, S. 27, www.ris-muenchen.de/RII/RII/DOK/SITZUNGSVORLAGE/5382426.pdf (Stand: 23.7.2021)
10 Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Hg.): Wohnen in Hamburg 2018, Hamburg 2019, www.statistik-nord.de/zahlen-fakten/private-haushalte-familien-erwerbstaetige-mikrozensus/dokumentenansicht/wohnen-in-hamburg-2018-61676 (Stand: 23.7.2021)
11 immowelt AG: Wiener Mieten im Vorjahresvergleich – Zwischen +7 Prozent in Ottakring und -6 Prozent in Simmering, www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201015_OTS0016/wiener-mieten-im-vorjahresvergleich-zwischen-7-prozent-in-ottakring-und-6-prozent-in-simmering
(Stand: 26.4.21)
12 Investitionsbank Berlin (Hg.): IBB Wohnungsmarktbericht 2020 – Tabellenband, Tabelle 24: Angebotsmieten nach Bezirken 2020, Berlin 2021, S. 25, www.ibb.de/media/dokumente/publikationen/berliner-wohnungsmarkt/wohnungsmarktbericht/ibb_wmb_tabellenband_2020.pdf (Stand: 23.7.2021)
13 Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Hg.): Wohnungsmarktbarometer 2020, Tabelle 1: Erstbezug –
Nettokaltmieten und Veränderung gegenüber dem Vorjahr, München 2020, S. 6, www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Stadtplanung-und-Bauordnung/Stadtentwicklung/Grundlagen/Wohnungsmarkt.html (Stand: 23.7.2021)
14 Statista: Entwicklung der Angebotsmieten für Wohnungen in Hamburg von 2012 bis zum 1. Quartal 2021de.statista.com/statistik/daten/studie/971531/umfrage/mietpreise-auf-dem- wohnungsmarkt-in-hamburg (Stand: 26.4.21)
15 Arbeiterkammer Wien: Analyse Mietverträge: „Wohnen auf Zeit“ kommt teuer! (Pressemitteilung), 13.8.2018, www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180813_OTS0071/ak-analyse-mietvertraege-wohnen-auf-zeit-kommt-teuer (Stand: 8.6.21)
16 Statistik Austria (Hg.): Wohnen 2018 – Zahlen, Daten und Indikatoren der Wohnstatistik, Grafik 4: Rechtsverhältnis der Hauptwohnsitzwohnungen nach Gemeindegrößenklasse, Wien 2019, S. 23, www.statistik.at/web_de/services/publikationen/7/index.html?includePage=detailedView§ionName=Wohnen&pubId=572 (Stand: 23.7.2021) ; abzüglich geförderter Genossenschaftswohnungen: wohnservice-wien.at/wohnen/kommunaler-wohnbau/gefoerderter-wohnbau
17 Bernadette Luger, Victoria Mlango: „Wie europäische Städte Wohnungspolitik machen.“, in: IBA_Wien 2022, future.lab (Hg.): Neues soziales Wohnen – Positionen zur IBA_Wien 2022, Berlin 2020, S. 172–183
18 Statistik Austria (Hg.): Wohnen 2018 – Zahlen, Daten und Indikatoren der Wohnstatistik, Grafik 3: Rechtsverhältnis der Hauptwohnsitzwohnungen nach Bundesland, Wien 2019, S. 22, www.statistik.at/web_de/services/publikationen/7/index.html?includePage=detailedView§ionName=Wohnen&pubId=572 (Stand: 23.7.2021)
19 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Berlin – wohnenswerte Stadt, Berlin 2011, S. 2, www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/wohnungsbau/download/ausstellung_wohnenswerte_stadt.pdf (Stand: 23.7.2021)
20 Statista: Bestand an städtischen Wohnungen in München im Jahr 2019 nach Stadtbezirken, de.statista.com/statistik/daten/studie/1048759/umfrage/bestand-an-staedtischen-wohnungen-in-muenchen-nach-stadtbezirken (Stand: 23.7.2021)
21 Correctiv – Recherchen für die Gesellschaft: Wem gehört Hamburg?, 23.11.2018, correctiv.org/top-stories/2018/11/23/wem-gehoert-hamburg (Stand: 23.7.2021)
23 Nadine Oberhuber: „Billige Grundstücke, stupid!“, in: ZEIT online, 3.8.2015, www.zeit.de/wirtschaft/2015-07/sozialer-wohnungsbau-grossstadt-mieten-kommunale-wohnungen (Stand: 23.7.2021)
24 Gernot Knödler: „Der Saga ihr kleines Häuschen“, in: taz, 29.9.2020, taz.de/Verkauf-von-Immobilien-in-Hamburg/!5713029 (Stand: 23.7.2021)
25 Lukas Tockner: Mieten in Österreich und Wien 2008 bis 2016, Tabelle 10: Hauptmietverhältnisse in Wien, hrsg. v. Arbeiterkammer Wien, Wien 2017, S. 10, www.arbeiterkammer.at/infopool/wien/Mieten_in_Oesterreich_und_Wien_2008_bis_2016.pdf (Stand: 23.7.2021)
26 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Berlin – wohnenswerte Stadt, Grafik: Mietwohnungen nach Eigentümergruppen und Art der Wohnungsbindung in Berlin 2009, Berlin 2011, S. 8, https://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/wohnungsbau/download/ausstellung_wohnenswerte_stadt.pdf (Stand: 23.7.2021)
27 Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Hg.): Bericht zur Wohnungssituation in München, 2012–2013, München 2014, S. 33
28 Correctiv – Recherchen für die Gesellschaft: Wem gehört Hamburg?, 23.11.2018, correctiv.org/top-stories/2018/11/23/wem-gehoert-hamburg (Stand: 23.7.2021)
29 „Wie sozial ist sozialgerechte Bodennutzung? München – Wien“, in: Karoline Mayer, Katharina Ritter, Angelika Fitz (Hg.): Boden für Alle [Kat. Ausst. Architekturzentrum Wien], Wien 2020, S. 246–252
30 Martin Putschögl, Franziska Zoidl: „Widmungskategorie "Geförderter Wohnbau": Auswirkungen umstritten“, in: derStandard.at, 9.11.2019, www.derstandard.at/story/2000110821012/widmungskategorie-gefoerderter-wohnbau-auswirkungen-umstritten (Stand: 8.6.21)
31 Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (Hg.): Wohnungsbaubericht Hamburg 2019, Hamburg 2020, www.hamburg.de/contentblob/14399264/3262c60def18dee68ae3e4fd9353e254/data/d-wohnungsbaubericht-2019.pdf (Stand: 8.6.21)

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