Erst in den letzten 20 bis 30 Jahren hat sich in Singapur ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass es notwendig ist, wichtige Baudenkmäler der Nachkriegsmoderne zu pflegen und zu erhalten. Der Weg dorthin war von Schwierigkeiten und Spannungen zwischen Behörden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Öffentlichkeit geprägt. Die unterschiedlichen Ansichten über den Umgang mit historischen Bauten offenbarten einen generellen Konflikt: auf der einen Seite die Entwicklungsagenda des Staates, die auf den schnelllebigen modernistischen Stadterneuerungsvorstellungen der 1960er-Jahre beruhte, auf der anderen Seite der Wunsch der Öffentlichkeit nach einer integrativeren Stadtplanung, die auch immaterielle Werte wie das kulturelle und soziale Gedächtnis der Stadt berücksichtigt.