Die Überraschung
Architektur unterscheidet sich vom prosaischen Bauen dadurch, dass sie dem Gebauten Bedeutung verleiht. Architektur bringt also außergewöhnliche Objekte hervor, die sich formal und konzeptionell vom Hintergrund der gewöhnlichen Bauproduktion abheben. Sie steht daher oft in einem gewissen Konflikt mit diesem Hintergrund. Daraus zog Bernard Huet zu seiner Zeit den entmutigenden Schluss, es gebe einen grundsätzlichen Widerspruch zwischen der Stadt, die das Ergebnis einer kollektiven Kultur darstelle, und der Architektur, die ihrem Wesen nach privat und individuell sei und daher zwangsläufig ästhetisch gegen die Stadt aufbegehren müsse. Ihr müssten deswegen Grenzen gesetzt werden.[1] Als möglichen Ausweg schlugen RogerDiener und Martin Steinmann vor, eine intensive, bewusste Architektur zu schaffen, die auch ihre städtische Dimension berücksichtigt.[2]