Berlin 2013/1983

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Wir freuen uns, das buchstäblich schwergewichtige Künstlerbuch der kanadischen Künstler Daniel Young und Christian Giroux zu präsentieren. Von ARCH+ verlegt ist BERLIN 2013/1983 eine Übersetzung der gleichnamigen Videoarbeit in die Buchform. Mit enzyklopädischem Anspruch dokumentieren die Künstler darin nahezu alle in Berlin im Jahr 2013 realisierten Bauten und stellen sie Gebäuden aus der unmittelbaren Umgebung gegenüber, die eine Generation, das heißt dreißig Jahre zuvor errichtet wurden. Diese materialistische Architekturgeschichte der Jahre 2013 und 1983 konterkariert die üblichen Berlin-Narrative und bietet einen erfrischenden Blick auf die Alltagsstruktur Berlins, der frei von Klischees ist.

Die Dokumentation von insgesamt 750 Gebäudepaaren vollzog sich bei BERLIN 2013/1983 streng analytisch: Beginnend mit dem nordwestlichen Rand der Stadt scannten die Künstler und beauftragte Fotografen Zeile für Zeile die Bausubstanz nach Bauten aus den festgelegten Baujahren. Im Zeitraum von Ende Februar bis Anfang Mai 2015 wurde auf diese Weise das gesamte Stadtgebiet erfasst.

Mit dieser Aufnahmemethode entwickelt die Arbeit neue Narrative. Weder die historische – zentralisierte – noch die moderne – radiale – Stadtentwicklung wird betont, vielmehr liegt der Fokus auf der Peripherie der Stadt. Die ikonischen Bauwerke der Berliner Innenstadt finden sich erst in der Mitte des Buches und gehen zwischen der schieren Fülle von Bildfolgen vorstädtischer Neubauten unter. Erwartbare Trennlinien, Chronologien oder Dichotomien zwischen dem zeitlichen Generationensprung von drei Jahrzehnten werden genauso unterlaufen wie die ideologisch geprägten Narrative von Ost und West. Was durch die Bilder- und Gebäudeflut stattdessen bewusst wird, sind urbane Muster jenseits linearer Logiken – ein unhierarchisches Inventar architektonischer Formen, Formate und Funktionen.

Das 1.568-seitige Künstlerbuch wird von einem Textband begleitet, der mit Essays von Sandra Bartoli, Kenneth Haynes, Anne Huffschmid und Anh-Linh Ngo die Arbeit beleuchtet und sie im Œuvre der beiden Künstler verortet. BERLIN 2013/1983 ist Künstlerbuch, ungewöhnlicher Berlin-Führer und radikaler Grundlagenbeitrag zum architektonischen und urbanen Diskurs zugleich.

2 Bände, bilingual Deutsch und Englisch:
Kunstband mit 1.568 Seiten 
und 1.568 Abbildungen, 

Textband mit 128 Seiten

Grafikdesign von Katja Gretzinger
Produziert in Partnerschaft mit der Art Gallery of Guelph, Ed Video
Unterstützt von David & Yvonne Fleck, Phyllis Lambert, der Jack Weinbaum Family Foundation und dem Canada Council for the Arts

Preis: 80 Euro

Das Künstlerbuch ist ab Anfang Dezember verfügbar und damit ein perfektes Weihnachtsgeschenk für Kunst-, Architektur- und Buch-Liebhaber. Vorbestellungen können ab sofort aufgegeben werden: vertrieb[at]archplus.net

Book Launch Tour

Printed Matter in NYC 
1. Dezember, 18–20 Uhr
Mit Felix Burrichter, Daniel Young, and Christian Giroux

n.b.k, Berlin
6. Dezember, 19 Uhr
Mit Sandra Bartoli, Katja Gretzinger, Anne Huffschmid (tbc), Daniel Young, and Christian Giroux
In Kooperation mit dem n.b.k und durch Unterstützung der Kanadischen Botschaft Berlin

Art Metropole, Toronto
1. Februar, 17–19 Uhr
Mit Juetta Brendemuhl, Programmkoordinatorin des Goethe-Institut Toronto, Kenneth Hayes, Daniel Young, and Christian Giroux
In Partneschaft mit dem Goethe-Institut

Or Gallery, Vancouver
8. Februar, 18–20 Uhr
Mit Garry Neill Kennedy, Daniel Young, and Christian Giroux

Young & Giroux

Daniel Young und Christian Giroux sind Künstler und arbeiten seit 2002 zusammen. Ihre Arbeiten umfassen Skulpturen, Kunst im öffentlichen Raum, Film-Installationen und Bücher. Wiederkehrende Themen sind die Auseinandersetzung mit der Nachkriegsmoderne, der Raumproduktion und der gebauten Umwelt allgemein. Young und Giroux interpretieren die Abstraktionsmittel der Moderne neu, in dem sie Konsumgüter, industrielle Methoden des Prototyping, Konstruktionssysteme und Baukomponente nutzen, um Skulpturen herzustellen, die am Architekturdiskurs teilhaben, ohne angewandte Architektur zu sein. Ihre filmischen Arbeiten stellen eine Form der künstlerischen Forschung dar, die skulpturale Formen in der gebauten Umwelt vom architektonischen bis zum häuslichen Maßstab untersucht.

Einzelausstellungen ihrer Werke wurden im Prefix Institute for Contemporary Art in Toronto, im Musée d’art contemporain de Montréal, im Künstlerhaus Bethanien in Berlin, und im The Rooms in St. John’s gezeigt. BERLIN 2013/1983 wurde präsentiert beim Toronto International Film Festival, im Deutschen Architektur Zentrum in Berlin und in der Art Gallery of Guelph (Kanada). Youngs and Girouxs vorherige Publikation, Infrastructure Canada, wurde 2015 von den Oakville Galleries publiziert. Giroux ist außerordentlicher Professor an der School of Fine Art and Music der University of Guelph. Young pendelt zwischen Berlin und Toronto.

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