ARCH+ 229


Erschienen in ARCH+ 229,
Seite(n) 46-53

ARCH+ 229

1970er-Jahre: Aldologien – 
Rossi, die Schweiz und wir

Von Kuehn, Wilfried

Es beginnt mit einem Paradox. Aldo Rossi trat seine Lehrtätigkeit in Zürich 1972 auf Initiative Bruno Reichlins und Fabio Reinharts an, nachdem er ein Jahr zuvor seine Position am Mailänder Polytechnikum verloren hatte. Grund der Entlassung in Mailand war seine Solidarisierung mit den streikenden Studierenden gewesen; Grund und Erfolg seiner Professur in Zürich war hingegen die Disziplinierung der ebenso aufbegehrenden ETH-Studierenden.

Vor dem Hintergrund der Veröffentlichung der Streitschrift Göhnerswil. Wohnungsbau im Kapitalismus des ETH-Autorenkollektivs 1972 und Jörn Janssens marxistischem ETH-Seminar, in dem diskutiert und demonstriert wurde, wurde Aldo Rossi von der Hochschulleitung angestellt, um den Architekturentwurf wieder ins Zentrum der Lehre zu stellen. Rossi gelang es tatsächlich, die Studenten von der Straße an die Zeichentische zu bringen.

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