ARCH+ 229


Erschienen in ARCH+ 229,
Seite(n) 32-35

ARCH+ 229

Recoding 
the 1960s

Von Vrachliotis, Georg

Die Bubbles von Coop Himmelblau und Haus-Rucker-Co oder die Stadtmaschinen von Archigram — die schillernden Bilderwelten der 1960er-Jahre symbolisierten Neugier, Freiheit und Emanzipation. Um die gedankliche Enge des vorangegangenen Jahrzehnts aufzubrechen und die Angst des Kalten Krieges zu überwinden, war eine beträchtliche Portion an Technikoptimismus und Zukunftsglaube notwendig. Es ging um die Neugestaltung von Öffentlichkeit und Gesellschaft und damit auch um die Neuerfindung der Architektur selbst.

Lange galt daher die Epoche der 1960er-Jahre für die Architektur als historische Hauptreferenz. Doch die einst so charmant wirkenden Radikalitätsattitüden, die medientechnische Expansion der Sinne und des Körpers, ja selbst die Sprache der Manifeste — sie wirken verstaubt und gemessen an ihren eigenen Ansprüchen auch seltsam ungefährlich.

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!