ARCH+ 229


Erschienen in ARCH+ 229,
Seite(n) 160-161

ARCH+ 229

Wunschmaschine Wohnanlage

Von Rumpfhuber, Andreas

Der Begriff Wunschmaschine – machine désirante – wurde von den französischen Philosophen Gilles Deleuze und Félix Guattari geprägt. Er steht für das Konzept eines produktiven maschinellen Unbewussten, das sich durch keinen Algorithmus modellieren lässt und damit einen Gegenpol zur Determinierung, wie sie das Gedankenmodell der Kybernetik postuliert, darstellt. Andreas Rumpfhuber nutzt diese Figur, um die festgefahrene Diskussion im Umgang mit dem Nachkriegswohnungsbau aufzubrechen:

„In der Studie wird die Wunschmaschine als ein Zukunftsmodell des verdichteten, dynamischen Wohnens und Arbeitens konzipiert, um die ganze unkontrollierbare Wunschproduktion der Bewohner*innen zu aktivieren. Es geht darum, sich von der Formalisierung und Determinierung der Welt und ihrer Regierungsformen, die sich gerade im Wohnbau spiegeln, zumindest ein Stück weit zu lösen und ein selbstorganisiertes partizipatorisches Zusammenleben zu ermöglichen.“

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Nutzung: Wohnen und Arbeiten Projekt: Studie zur funktionalen Nachverdichtung von 46 Groß­wohnanlagen der Stadt Wien Planung: Andreas Rumpfhuber, Expanded Design Finanzierung: Roland-Rainer-Forschungsstipendium 2014 Ort: Wien, Österreich Jahr: 2016

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