ARCH+ 229


Erschienen in ARCH+ 229,
Seite(n) 148-151

ARCH+ 229

Vertical Mobile Village

Von Antonas Office

Das Konzept des Infrastrukturrezeptors nimmt zwar formale Anleihen an die Plug-in City von Archigram aus dem Jahr 1964, bezieht sich jedoch konkret auf die gegenwärtigen prekären ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen in Griechenland. Die Plug-in City war unter anderem eine Reaktion auf die funktionalistische Fixierung der Moderne, der sie eine mobile, flexible, nicht permanente Lebensweise entgegenstellte. Was sie jedoch mit der Moderne weiterhin verband, war ihr ungebrochener Glaube an die Technik beziehungsweise an gesellschaftliche Veränderung durch technischen Fortschritt. Die Infrastrukturkomplexe von Aristide Antonas sind hingegen eine Anspielung auf die Unsicherheit, die die diversen Krisen des letzten Jahrzehnts hervorgerufen haben.

Die als Rezeptor bezeichnete vertikale Konstruktion besteht aus einem zerleg- und erweiterbaren Metallgerüst und enthält alle notwendigen Infrastrukturen wie Strom, Wasser und Internet.

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Projekt: aus der Serie Vertikales Post-Network-Dorf Planung: Antonas Office Team: Aristide Antonas in ­Zusammenarbeit mit Katerina Koutsogianni und Yannikos ­Vassiloulis Auftraggeber: Wochenzeitschrift Athens Voice und Schweizerisches Architekturmuseum Ort: exemplarischer Standort Berg Hymettos, Athen Jahr: 2013–16

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