ARCH+ 222


Erschienen in ARCH+ 222,
Seite(n) 106-111

ARCH+ 222

Zur Gestaltung des "Neuen Menschen" in der frühen Sowjetunion

Von Vöhringer, Magarete

Der Fotograf Alexander Rodtschenko verkündete Anfang der 1920er-Jahre: „Auch im Leben sind wir, die Menschheit, ein Experiment für die Zukunft.“ Er brachte damit eine Fortschrittshaltung auf den Punkt, wie sie in jenen Jahren nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch im kapitalistischen Westen vielfach zu finden war. Anders als im Westen aber kam die Avantgardekunst in Russland für eine kurze Phase in die seltene Position, an dem großen Projekt des Aufbaus der neuen sozialistischen Gesellschaft beteiligt zu sein und setzte dadurch etwas in Bewegung, das anderswo in der Welt noch nicht einmal vorstellbar war: die Gestaltung eines „Neuen Menschen“.

Nach der russischen Oktoberrevolution förderte die junge sozialistische Regierung genau jene Wissenschaften, die ihr zur Gestaltung der neuen Gesellschaft geeignet erschienen – die Wissenschaften vom Menschen. ...

 

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