ARCH+ 222


Erschienen in ARCH+ 222,
Seite(n) 76-77

ARCH+ 222

Synopse: Wunschproduktion

Von Oswalt, Philipp

Wir benötigen Einbildungskraft, um uns Alternativen zum Status quo vorzustellen. Bilder können Wünsche artikulieren und auch das Begehren wecken, diese Wirklichkeit werden zu lassen. In den klassischen Avantgarden imaginierte der heroische und einsame Künstleringenieur als Pionier die Neue Welt und den Neuen Menschen.

Heute verstehen sich Gestalter eher als Co-Produzenten, die im Dialog mit anderen gesellschaftlichen Akteuren alternative Zugänge zu Fragestellungen entwickeln, neue Vorstellungen zum Ausdruck bringen und in Gestaltungen konkretisieren. Sie sind die Gegenkraft zu Werbung und Marketing, die Wünsche und Begierden aus wirtschaftlichen oder politischen Interessen heraus stimulieren und kanalisieren sowie unseren Blick auf die Zukunft verengen und in fragwürdige Richtungen lenken. Vielleicht lässt sich sagen, dass Wunschproduktion das Erbe des utopischen Denkens antritt. Das Neue wird hierbei aber nicht mehr aus abstrakten Idealen, sondern aus subjektiven Blickwinkeln und gelebten innovativen Alltagspraktiken abgeleitet. ...

 

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