ARCH+ 222


Erschienen in ARCH+ 222,
Seite(n) 72-74

ARCH+ 222

Critical Design

Von Dunne, Anthony /  Rickenberg, Raoul

RR: Wie sehen Sie Ihre gesellschaftliche Rolle als Designer?

AD: Ich erstelle Prototypen, die zeigen, wie die Dinge heute sein könnten, wenn die vorherrschenden Werte andere wären. Die meisten Designer, insbesondere Industriedesigner, verstehen Design als etwas Neutrales, Sauberes und Reines. Aber Design ist immer etwas Ideologisches. Der Prozess des Gestaltens ist geprägt von Werten, die auf einer bestimmten Weltanschauung beruhen, oder auf einer bestimmten Art, die Wirklichkeit zu sehen und zu verstehen.

Man kann Design allgemein in zwei weitgefasste Kategorien einteilen: affirmatives Design und kritisches Design. Ersteres bestätigt die Art, wie die Dinge zurzeit sind, es bedient herkömmliche kulturelle, gesellschaftliche, technische und wirtschaftliche Erwartungen. Das meiste Design fällt in diese Kategorie. Das kritische Design dagegen lehnt die Vorstellung ab, dass es nur eine Möglichkeit gibt, wie die Dinge sein können. Es bietet eine Kritik der bestehenden Situation, durch Gestaltungen, die alternative gesellschaftliche, kulturelle, technische und wirtschaftliche Werte verkörpern. ...

 

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