ARCH+ 222


Erschienen in ARCH+ 222,
Seite(n) 60-63

ARCH+ 222

Framing als Analysemodell und Gestaltungsfrage

Von Held, Martin

Planungen und politische Entscheidungsprozesse geben sich gerne den Anstrich, das objektive Ergebnis rationaler Diskurse zu sein. Tatsächlich aber werden sie durch Weltbilder und andere Grundvorstellungen mitbestimmt, die sich nicht rational begründen lassen. Solche Entscheidungen fließen in Gestaltungsprozesse ein und manifestieren sich mental und physisch in der Ausgestaltung von Infrastrukturen, Gebäuden und öffentlichen Räumen. In den Verhaltens- und Gesellschaftswissenschaften hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ein beträchtliches Grundlagenwissen über den tatsächlichen Ablauf und die Strukturen von Entscheidungsprozessen angesammelt. Dieses wird vielfach mit dem Konzept des framing bezeichnet, in anderen Kontexten auch als Konzept der „mentalen Modelle“.

WIE RATIONAL SIND ENTSCHEIDUNGEN?

In der Entscheidungstheorie dominierte lange Zeit eine Modellierung „rationaler Entscheidungen“ auf der Grundlage des methodologischen Individualismus, der zufolge Entscheidungen allein Kosten-Nutzen-Kalküle entspringen. In der Ökonomik setzte sich dieses Modell durch. Bereits in den 1950er-Jahren entwickelte Herbert A. Simon ein davon abweichendes Modell, das satisficing. ...

 

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