ARCH+ 222


Erschienen in ARCH+ 222,
Seite(n) 134-135

ARCH+ 222

Synopse: Kritik als Dienstleistung

Von Oswalt, Philipp

Veränderungen artikulieren sich nicht nur in radikalen Alternativen. Weniger plakativ, aber ebenso wirksam findet auch in der täglichen Gestaltungspraxis eine Transformation im Kleinen statt. Viele Gestalter verstehen sich keineswegs als bloße Erfüllungsgehilfen und willfährige Dienstleister ihres Auftraggebers. Vielmehr verhandeln sie mit diesem über Aufgabenstellung und Zielsetzungen und bringen in das jeweilige Projekt übergeordnete Überlegungen ein, die über die Partialinteressen und die bisherige Vorstellungswelt des Auftraggebers hinausgehen.

Als Anwalt des Gemeinwohls ebenso wie der zukünftigen Nutzer verfolgt der Designer weniger einen großen Plan als vielmehr die Absicht, mit den Puzzlesteinen konkreter Projekte die jeweilige Situation und Praxis zu verbessern. Die Position einer kritischen Affirmation befürwortet zwar grundsätzlich das jeweilige Vorhaben, transformiert es jedoch zugleich. Namhafte Vertreter einer solchen Haltung, die sich seit jeher in den Gestaltungsberufen finden lässt, sind der Designer Otl Aicher und der Architekt Ludwig Leo. ...

 

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!