ARCH+ 222


Erschienen in ARCH+ 222,
Seite(n) 152

ARCH+ 222

Architektur als Instrument der Demokratisierung

Von Albani, Julia

Mit der Nelkenrevolution vom 25. April 1974 befreit sich Portugal von einem knappen halben Jahrhundert faschistischer Diktatur Salazars. Der anschließende Demokratisierungsprozess, bei dem auch Architektur als Instrument eingesetzt wird, setzt Kräfte frei, die in ihrer Radikalität noch heute erstaunen. So engagieren sich – als Antwort auf die prekären Wohnsituationen in Porto, Coimbra, Lissabon, Setúbal, Évora und Faro – Architekten in mobilen Einsatzkommandos und entwickeln gemeinsam mit der in Bewohnerräten organisierten Bevölkerung ein neues Modell, das den sozialen Wohnungsbau in Portugal revolutioniert.

Zu diesem Zeitpunkt fehlen im Land mehr als 600.000 Wohnungen, mehr als 25 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze und in extrem prekären Wohnsituationen. Bereits im Sommer 1974 verabschiedet die provisorische Regierung das vom damaligen Staatssekretär für Wohnungswesen und Städtebau, Nuno Portas, lancierte, breit angelegte Sozialwohnungsbauprogramm SAAL (Akronym für „Serviço Ambulatório de Apoio Local“, mobiler Dienst für lokale Wohnhilfe). ...

 

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