ARCH+ 222


Erschienen in ARCH+ 222,
Seite(n) 32-33

ARCH+ 222

Synopse: Autonomie

Von Oswalt, Philipp

Den vorgenannten Modellen einer architecture engagée steht das Verständnis von der Autonomie der Architektur gegenüber. Hiernach ist die Architektur nicht geeignet, sozial­gesellschaft­ liche Fragen zu adressieren oder gar zu lösen. Sie wird als eigenständige Disziplin verstanden, die sich ihren ästhetischen Fragen widmet. In der klassischen Moderne waren die De Stijl­ Bewegung, die russischen Suprematisten und Mies van der Rohe von dieser Überzeugung geprägt.

Doch bei näherer Betrachtung erweist sich der neue Stil der 1920er­Jahre als überaus politisch, markiert er doch den Bruch mit der überkommenen Ordnung des Kaiserreichs, die für eine nationalistische, imperialistische und herrschaftlich­unde­ mokratische Ideologie steht sowie für ein unsoziales Gemein­ wesen mit fehlender Fürsorge und scharfen Klassengegen­ sätzen. Die Neue Sachlichkeit löst die repräsentativen Architek­ turen des Historismus und Eklektizismus der alten Zeit ab. ...

 

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