ARCH+ 217


Erschienen in ARCH+ 217,
Seite(n) 26-33

ARCH+ 217

Poststressale Domestizität / Poststressal Domesticity

Von Trüby, Stephan

„Architektur (ist) eine grundsätzlich optimistische Kunst“, bemerkte Daniel Libeskind einmal, um erläuternd hinzuzufügen: „Aufgabe eines Architekten ist es, das Leben besser zu machen.“1 Dieser Standortbestimmung der Architektur sei im Folgenden eine zweite These beiseite gestellt: „Jede Architektur ist Nachkriegsarchitektur.“ Die beiden Thesen verhalten sich zueinander wie strahlende Vorausschau und Rückblick ins Dunkel; man könnte auch sagen: Sie repräsentieren Extreme von Architektur­Praxis und Architektur­Historiographie. Zusammen konturieren sie eine architektonische raison d’être, die man mit „poststressaler Zuversicht“ umschreiben könnte. …

Daniel Libeskind once remarked, “Architecture [is] fundamentally an optimistic art form.” As clarification, he continued: “An architect’s task is to make life better.”1 There is an alternative definition of architecture that runs counter to this standpoint: “All architecture is postwar architecture.” These two theses represent diametrical extremes within architectural practice and historiography—the first a radiant projection into the future, the second a look back into the darkness of the past. Taken together, however, they constitute an architectural raison d’être that could aptly be titled “poststressal reassurance.”…

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